Tierarzt Dr. Kathrin Budde Witten

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Zahnschmerzen bei Hund und Katze?

Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch sind ein häufiges Problem nicht nur älterer Hunde und Katzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass 80% der Hunde über drei Jahren und 70% der Katzen ab zwei Jahren bereits bedeutsame Veränderungen an Zähnen und Zahnfleisch aufweisen.

Gründe hierfür sind z. B.: 

  • Ein verändertes Fressverhalten und veränderte Futterzusammensetzung im Vergleich zu Verwandten und Vorfahren in der freien Wildbahn
  • durch Züchtung veränderte Anatomie von Schädel und Kiefer, veränderte Zahnstellung, veränderte Lefzenlage
  • nicht ausgefallene Milchzähne

 Die verringerte natürliche Zahnreinigung führt zur vermehrten Ansammlung von Futterresten. Diese bilden eine gute Lebensgrundlage für Bakterien und begünstigen die Entstehung von Zahnstein, Zahnfleischentzündung, Parodontose und Wurzelentzündungen. Veränderungen dieser Art stellen ein häufig unterschätztes Problem dar. Sie bereiten nicht nur starke Schmerzen, auch wenn Hunde und Katzen diese nur sehr wenig und spät zeigen, sondern bilden auch chronische Entzündungs- und Bakterienherde, von denen Streuungen in andere Organe, z. B. Leber, Nieren, Herz, Lunge und Gelenke erfolgen und z. B. zu chronischer Bronchitis und Herzklappenentzündungen führen können. 

 Die meisten Hunde und Katzen leiden still, eindeutige Schmerzäußerungen bei Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch sind vielfach nicht vorhanden oder treten erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium auf.

Hinweise können z. B. sein: 

  • Unangenehmer Maulgeruch
  • Speicheln
  • auffällige Kaubewegungen
  • Futter wird zögerlich aufgenommen oder wieder fallen gelassen
  • Bewegungsunlust, vermehrtes Schlafen
  • Verhaltensänderungen, Aggressivität
  • Abwehr von Berührungen am Kopf
  • Bei Katzen zudem vermindertes Schnurren, verringerte Fellpflege, Zurückziehen, kauernde Körperhaltung

 Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge, z. B. bei einer Impfung oder einem allgemeinen jährlichen Check-up kontrollieren wir die Maulhöhle ihres Tieres und beraten sie über vorliegende Veränderungen und empfohlene Maßnahmen.

Nur in Narkose können Veränderungen an Zähnen und Zahnfleisch gründlich untersucht und schmerzfrei behandelt werden.  Die Diagnostik und Behandlung umfasst folgende Punkte:

  • Untersuchung der einzelnen Zähne und des Zahnfleisches
  • Evtl. Anfertigung von Röntgenbildern des Kiefers
  • Sondierung und Reinigung von Zahnfleischtaschen
  • Reinigung der Zähne mittels Ultraschall
  • anschließendes Polieren der Zähne zur Vermeidung von schneller Wiederanheftung von Zahnbelägen
  • Ziehen unrettbar veränderter Zähne und Verschluss der entstandenen Wunden

Ein oberflächliches Abkratzen von Zahnstein führt in keinster Weise zu einer Verbesserung der Situation und dient lediglich der optischen Verschönerung! 

Das beste Mittel zur Erhaltung der Zahngesundheit ist das Zähneputzen. Hierbei handelt es sich nicht um einen Modetrend zu kosmetischen Zwecken sondern dient der Gesundheit der Tiere. Eine Anleitung, wie Sie Ihr Tier Schritt für Schritt an das Zähneputzen heranführen, halten wir in der Praxis für Sie bereit. Bei Tieren, bei denen das Zähneputzen trotz aller Bemühungen nicht durchzuführen ist, können spezielle Futtermittel und enzymhaltige Pasten helfen, Zahnbelägen vorzubeugen.

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