Tierarzt Dr. Budde Witten

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Die Schilddrüsenüberfunktion der Katze

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der Katze ist eine häufige Erkrankung vor allem älterer Katzen, die in den meisten Fällen durch gutartige Knoten in der Schilddrüse verursacht wird. Hierbei werden zu viele Schilddrüsenhormone produziert, welche Vorgänge im gesamten Organismus regulieren, z. B. Zucker- und Fettstoffwechsel, Wärmehaushalt, Herzfunktion und Blutdruck. Bei einem zu hohen Blutspiegel dieser Hormone laufen diese Vorgänge übersteigert ab und können zu schweren Erkrankungen von Herz, Leber, Niere, Bluthochdruck usw. führen. Dieser Zustand kostet den Körper viel Energie, weshalb viele erkrankte Katzen zunächst mehr Futter aufnehmen, um den Bedarf zu decken. Bei Fortschreiten der Erkrankung ist dies oft nicht mehr zu schaffen und die Tiere verlieren trotz eines guten Appetits zunehmend an Gewicht. Weitere Anzeichen können sein:

  • Unruhe, Angst, Aggressivität,
  • Struppiges Fell,
  • Durchfall, Erbrechen,
  • Beschleunigung von Atmung und Herzschlag,
  • aber auch verminderte Futteraufnahme.

Nicht alle Katzen zeigen diese Symptome, daher ist es ratsam,  die Katze auch bei anderweitigen Veränderungen des Verhaltens oder Aussehens zu einer Untersuchung vorzustellen.

Besteht nach einer klinischen Untersuchung der Verdacht, dass eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt, wird anhand einer Blutuntersuchung die Konzentration des Hormons Thyroxin (T4) gemessen. Da ähnliche Symptome auch bei anderen Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus und Störungen der Nierenfunktion vorliegen können, wird dies in aller Regel zusätzlich im Blut untersucht.

Für die Behandlung der Hyperthyreose der Katze bestehen mehrere Möglichkeiten:

  1. Medikamentengabe: bei lebenslanger täglicher Gabe unterdrücken sie die Produktion der überschüssigen Schilddrüsenhormone und der Hormonspiegel im Blut nimmt ab. Anhand von regelmäßigen Blutuntersuchungen, bei Therapiebeginn nach ca. 3 Wochen, wird die Dosierung des Medikamentes durch Messung des T4-Wertes und Kontrolle der Nierenwerte überprüft. Bei gutem Therapieverlauf können die Abstände zwischen den Blutproben verlängert werden. Für eine dauerhafte Stabilisierung des Gesundheitszustandes ist eine lebenslange Medikamentengabe nötig. Dosisänderungen oder gar ein Absetzen der Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen!
  2. Radiojod-Therapie: mittels Tabletten oder Injektionen verabreichtes radioaktives Jod reichert sich in der Schilddrüse an und zerstört durch die Strahlung überschüssiges Schilddrüsengewebe. Diese Therapie kann nur in Spezialkliniken unter mehrtägiger, stationärer Therapie durchgeführt werden und eignet sich z. B. für Tiere mit bösartigen Schilddrüsentumoren.
  3. Chirurgische Entfernung: das veränderte Schilddrüsengewebe wird operativ entfernt. Diese schwierige Operation findet in Vollnarkose statt und stellt eine recht radikale Option da, die hauptsächlich bei Vorliegen von bösartigen Schilddrüsentumoren in Erwägung gezogen wird.
  4. Medizinalfutter: ein neu erprobtes Spezialfutter mit begrenztem Jodgehalt normalisiert die Hormonproduktion der Schilddrüse. Da eine Jodaufnahme aus anderen Futterquellen wie z.B. Leckerli, Vitaminpräparate die Wirksamkeit verhindert, ist es entscheidend, dass im Rahmen der Therapie ausschließlich dieses Futter angeboten wird.

Nicht jede dieser Vorgehensweisen ist für alle Katzen gleich gut geeignet. Welche Therapie durchgeführt wird, muss im Einzelfall individuell entschieden werden.

 

 

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