Tierarzt Dr. Kathrin Budde Witten

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Fütterungsempfehlungen für Kaninchen

Bei der Fütterung von Kaninchen sind einige wichtige Aspekte zu beachten.

Kaninchen besitzen ein sehr anspruchsvolles und empfindliches Verdauungssystem. Eine Ernährung, die nicht den natürlichen Erfordernissen entspricht, kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die nicht selten tödlich enden. Dies sind vor allem Zahn- und Verdauungsstörungen, sowie Verfettung, aber auch Blasensteine und Verhaltensauffälligkeiten sind möglich.

Viele kommerziell erhältliche Fertigfuttermittel entsprechen nicht den artgerechten Anforderungen. Sie enthalten meist zu hohe Mengen an Kalorien und Mineralstoffen, besonders Kalzium, hingegen sind Rohfaser- und Strukturgehalt zu niedrig. Dazu zählen z. B. auch Knabberstangen,  Joghurtdrops und diverse andere Kräcker.

Empfehlungen für die Kaninchenfütterung:

  • frisches, sauberes Wasser immer zur freien Verfügung,
  • frisches Heu, frei von Staub, Schimmel, Erdbeimengungen soll immer zur freien Verfügung vorhanden sein, z.B. Wiesenlieschgras, Wiesenknäuelgras ,
  • Frischfutter 2 x täglich, insgesamt ca. 100g/kg Körpergewicht davon ca. 2/3  Salate (z.B. Endivie, Feldsalat, Chicoree, Eisbergsalat), Möhrengrün, Kräuter (z.B. Basilikum, Brunnenkresse, Kerbel) und ca. 1/3 Gemüse (Möhren, Paprika, Tomate, Zucchini),
  • Obst (Apfel, Birne, Beeren) ist prinzipiell geeignet, sollte aber nur als Leckerchen in geringen Mengen gefüttert werden.

Zusätzlich können Äste von Birke, Haselnuss, Weide und ungespritzten Obstbäumen als Nagematerial angeboten werden.

Etliche Futtermittel sollten vermieden werden, da sie entweder schädlich oder gar giftig sind oder deutlich zu viele Kalorien bzw. Kalzium enthalten. Dazu zählen z. B. Aprikose, Banane, Zitrusfrüchte, Ananas, Rhabarber, Melone, Erbsen, Schnittlauch, Gartenkresse, Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen, Petersilie, Kartoffeln, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Müsli, Brot usw.

Für alle Futtermmittel gilt, dass eine Umstellung langsam durchgeführt werden sollte. Jedes ungewohnte Futter soll zunächst nur in kleinsten Mengen angeboten und dann nach und nach gesteigert werden, andernfalls kann es zu schwerwiegenden Verdauungsstörungen kommen.

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