Tierarzt Dr. Kathrin Budde Witten

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Gefahr für Hunde und Katzen durch giftige Substanzen

Nicht nur bekannte Gifte wie Stoffe zur Schädlingsbekämpfung stellen für Hund und Katze eine Gefahr da, auch Zierpflanzen oder gar Lebensmittel können Hunden und Katzen Schaden zufügen. Einige der häufigsten Vergiftungen haben wir hier aufgelistet:

Pflanzen: Vergiftungssymptome durch Pflanzen sind sehr vielfältig. Abhängig von der Pflanze und der aufgenommenen Menge kommt es in der Regel zu Reizungen von Magen und Darm und Erbrechen und Durchfall sind die Folge. Aber auch Kreislaufschwäche, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe können auftreten. Folgende Pflanzen in Garten und Wohnung, aber auch beim Spaziergang stellen eine Gefahr dar:

Amaryllis, Dieffenbachie, Philodendron, Eisen- und Fingerhut, gefleckter Aaronstab, Stechapfel, Goldregen, Herbstzeitlose, Hyazinthe, Tulpe, Buchsbaum, Kirschlorbeer, Christrose, Lebensbaum, Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Oleander, Rhododendron, Rittersporn, gefleckter Schierling, Tollkirsche, Eibe und viele mehr.

Medikamente: nicht alles, was dem Menschen hilft, wird auch von Hund und Katze vertragen. Katzen reagieren z. B. extrem empfindlich auf Paracetamol und bereits kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Bei Hunden können z. B. Ibuprofen und Diclofenac auch nach einmaliger Gabe zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt und Nierenschädigungen führen.

Der Wirkstoff Permethrin ist ein für Hunde zugelassenes und bei ihnen gut verträgliches Mittel gegen Flöhe und Zecken und in vielen Sprays und Spot-on-Präparaten enthalten. Katzen vertragen Permethrin nicht! Vergiftungen treten immer wieder durch die versehentliche Anwendung bei Katzen auf. Typische Symptome einer Vergiftung sind Speicheln, Zuckungen, Krämpfe, Torkeln und Erbrechen, die zum Tode führen können.

Lebensmittel: Hunde reagieren sehr empfindlich auf den in Schokolade enthaltenen Stoff  Theobromin. Er kann zu Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfen und abhängig von der aufgenommene Menge im schlimmsten Fall zum Herz-Kreislauf-Versagen und Tod führen. Moderate Symptome können bereits ab 20 mg/kg Theobromin auftreten, lebensbedrohliche bei 60 mg/kg. Kakaopulver 14-26 mg/g, Milchschokolade 1.5-2 mg/g, dunkle Schokolade 5-8 mg/g, Kochschokolade 14-16 mg/g, 70%ige Schokolade 20 mg/g, 90%ige Schokolade 26 mg/g. Weisse Schokolade enthält praktisch kein Theobromin.

Auch der Verzehr von Weintrauben und Rosinen, auch in kleineren Mengen, kann zu lebensbedrohlichen Nierenschädigungen führen. Auch wenn nicht jeder Hund nach der Aufnahme von Trauben Schaden nimmt und der genaue Wirkmechanismus noch nicht abschließend geklärt ist, sollten sie zur Sicherheit nicht verfüttert werden. Die Aufnahme von Zwiebeln und Knoblauch kann eine Zerstörung der roten Blutkörperchen verursachen.

Schädlingsgifte/Pflanzenschutzmittel: Rattengifte (Rodentizide) enthalten meist Cumarin-Derivate. Diese hemmen die Blutgerinnung und können zu lebensgefährlichen innerlichen sowie äußeren Blutungen aus Nase, Maul und Darm führen. Vergiftungssymptome treten meist erst nach einigen Tagen auf. Schneckenkorn (Metaldehyd) kann zu Krämpfen, aber auch Leber- und Herz-Kreislaufversagen führen.

Frostschutzmittel schmecken sehr süß und werden deshalb gerne von Hunden aufgenommen. Typische Symptome sind Torkeln, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe. Die Aufnahme von Frostschutzmittel kann auch noch nach einigen Tagen zu Nierenversagen führen.

Versuchen Sie bei Verdacht auf eine Vergiftung nicht, Ihr Tier erbrechen zu lassen oder Milch und ähnliches einzugeben. Bitte nehmen Sie umgehend Kontakt auf und halten Sie wenn möglich Verpackungen, Beipackzettel oder Pflanzenteile zur schnellen Identifizierung bereit.

Quellen und weitere Informationen:

www.gizbonn.de

www.vetpharm.uzh.ch

www.tiermedizinportal.de

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